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BMW International Open 2011:

Stensons großes Comeback. Champion von 2006 übernimmt

mit grandioser Auftaktrunde die Führung bei Deutschlands

einzigem Spitzenturnier


23.06.2011 München. Die 23. BMW International Open hat am ersten Turniertag ein großes Comeback erlebt. Bei zunächst trockenem, am Nachmittag sehr regnerischem Wetter übernahm der ehemalige Weltranglisten-Vierte Henrik Stenson mit 64 Schlägen (acht unter Par) die Führung nach der ersten Runde vor dem Engländer Gary Boyd (65). Stenson, BMW International Open Sieger von 2006, durchlebte zuvor eine monatelange Formschwäche.
„Erst ein Viertel des Turniers ist vorbei, aber natürlich ist es schön, gut zu spielen“, sagte Stenson, der sich selbst kaum erinnern konnte, wann er zuletzt ein so niedriges Ergebnis gespielt hatte. Sein letztes Top-Ten Ergebnis datiert vom Juli 2010, als er bei der British Open den dritten Platz belegte, in der Weltrangliste ist es bis auf Platz 124 zurück gefallen. Seine Leistung in Eichenried war umso bemerkenswerter, als er sie unter den schwereren Bedingungen am Nachmittag zustande brachte.


Stenson machte die Rückkehr zur BMW International Open mitverantwortlich für seinen grandiosen Auftakt. „Es ist immer schön, an einen Ort zurück zu kommen, an dem man schon einmal gewonnen hat“, erklärte der 35-Jährige aus Göteborg, der bereits am Dienstag beim BMW Pro-Am Cooking bei der Zubereitung eines gebeizten Lachses überzeugt hatte. „BMW behandelt uns hier wie Könige, es ist eine schöne Woche“, sagte er. Stenson hat nun alle Chancen, als dritter Spieler nach Paul Azinger (USA, 1990 und 1992) sowie Thomas Björn (Dänemark, 2000 und 2002) die BMW International Open zum zweiten Mal zu gewinnen.
Deutschlands Spitzengolfer erwischten bei dem mit zwei Millionen Dollar dotierten Turnier der European Tour mehrheitlich einen ordentlichen Auftakt. Sowohl der Weltranglisten-Dritte Martin Kaymer (Mettmann, 70 Schläge) als auch Marcel Siem (Ratingen, 69) und Alex Cejka (München, 71) brachten Ergebnisse unter Platzstandard (72) ins Klubhaus und haben damit noch Aussichten auf den Sieg. Überraschend stark agierten die normalerweise nicht auf der European Tour spielberechtigten Stephan Gross jr. (Heidelberg, 69) und Dennis Küpper (Düsseldorf, 70). Chancenlos war dagegen der von einer Daumenverletzung gehandicapte Bernhard Langer (Anhausen), der 76 Schläge benötigte.
Trotz der unsicheren Wetterlage besuchten 15 300 Zuschauer den ersten Turniertag bei der BMW International Open 2011. Allein 3000 Fans folgten dem Flight mit Kaymer sowie US-Star Dustin Johnson und Titelverteidiger David Horsey (England), die ebenfalls jeweils 70 Schläge benötigten.
„Heute Morgen um acht Uhr die ganze linke Seite der 10. Bahn voller Menschen zu sehen, war eine extra Motivation“, sagte Kaymer. Beim deutschen Majorsieger sorgte dies für Erinnerungen an 2008, als ihn ein begeistertes Publikum zum ersten und bis heute einzigen Heimsieg eines deutschen Profis bei der BMW International Open verhalf. „Damals habe ich hier nur mit der großen Unterstützung der Zuschauer gewonnen“, erinnerte er sich.
Von titelfähigem Golf war Kaymer zu Beginn jedoch weit entfernt. Der Publikumsliebling eröffnete seine Runde mit zwei Bogeys und lag bis fünf Bahnen vor Schluss immer noch bei zwei über Par, ehe er mit vier Birdies auf den letzten fünf Löchern noch seine Extraklasse unter Beweis stellte. „Ich habe dann ein bisschen freier gespielt“, erklärte Kaymer, der momentan an einer Schwungumstellung arbeitet und zugab, sich mitunter zu viele Gedanken darüber zu machen. Für seine zweite Runde, die er am Freitag um 13.10 Uhr beginnt, kündigte er Angriffsgolf an. „Hier auf diesem Platz kann alles passieren.“
Das weiß auch der Zweitplatzierte Boyd, der nach einem furiosen Start sogar vom ganz großen Coup träumte. Weil er bei seinem ersten Auftritt bei einer BMW International Open nach vier Löchern bereits drei unter Par lag, habe er an eine 59er-Runde gedacht, erzählte Boyd. „Aber das hat dann doch nicht sollen sein.“ Für die nächsten Tage fühlt sich der 24-Jährige, der vor zwei Wochen bei der BMW Italian Open den geteilten zweiten Platz belegte, dennoch gut gerüstet. „Zu dieser Jahreszeit spiele ich immer am besten“, sagte er.
Für Spannung an der Spitze ist also gesorgt, und auch was die gesellschaftliche Seite des Turniers betrifft, versprach der Führende Stenson bereits das nächste Highlight. „Warten Sie nur, bis wir am Freitag unser bayerisches Outfit anziehen“, sagte er in Anspielung auf die Bavarian Players Night, die erstmals im Münchner Traditions-Biergarten Seehaus stattfindet.
Darauf freut sich auch Ryder-Cup-Kapitän Colin Montgomerie (Schottland), der am ersten Turniertag seinen 48. Geburtstag feierte und vom Turnierveranstalter BMW eine Lederhose überreicht bekam. „Ich bin gespannt auf Monty in diesen Klamotten“, sagte Stenson und fügte hinzu: „Es wird hier also alles immer noch besser.“

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