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BMW International Open 2010:

 

Nach der ersten Runde

 

Außenseiter im Rampenlicht. Waliser Dredge und Schotte Whitford mit 64 Schlägen an der Spitze. Favoriten Els, Casey und Kaymer wahren Siegchance



München. Was bei der Fußball-WM in Südafrika zu bestaunen war, galt am Donnerstag auch beim Auftakt der BMW International Open 2010: Die Außenseiter sorgen für Furore. Während sich Favoriten wie Martin Kaymer (Mettmann) oder Ernie Els (Südafrika) nach den ersten 18 Löchern nur im Mittelfeld wieder finden, zeigten Bradley Dredge  (Wales-Bild-rechts) und Peter Whitford (Schottland), was bei perfekten Wetterbedingungen auf dem Meisterschaftsplatz von Eichenried möglich war. 64 Schläge (acht unter Par) benötigten sie jeweils und führen damit das mit zwei Millionen Dollar dotierte Turnier der European Tour an.
Besonders kurios war der Höhenflug von Whitford, denn der hatte nach eigenen Angaben keinen besonders guten Tag erwischt. „Es klingt komisch, weil ich ja 8 unter gespielt habe“, begann der 203. der Weltrangliste seine Ausführungen, um dann hinzu zu fügen: „So wie es sich anfühlte, wäre ich mit zwei unter Par zufrieden gewesen.“


Auch Dredge, 173. der Weltrangliste, wusste durchaus von Problemen während seiner Runde zu berichten. „Im Prinzip habe ich gut gespielt, aber ich hatte auch ein paar schlechte Schläge. Doch ich habe es geschafft, gut davon zu kommen.“ Wie auch Whitford spielte Dredge sechs Birdies, einen Eagle und keinen Bogey.

Vor 12.500 Zuschauern herrschten am Donnerstag ideale Voraussetzungen für niedrige Ergebnisse. Es war fast windstill, die Fahnenpositionen luden zum Angriff ein und die Grüns boten wegen des Regens der vergangenen Wochen guten Halt. Weitere Außenseiter wussten diese Vorteile zu nutzen: Platz drei hinter Whitford und Dredge belegt vor der zweiten Runde am Freitag ein Quartett aus Chapchai Nirat (Thailand), Phillip Price (Wales), Ariel Canete (Argentinien) und Jeppe Huldahl (Dänemark).

Für das einheimische Kontingent beim einzigen deutschen Profiturnier verlief der Auftakt dagegen nicht so hervorragend. Von den 15 deutschen Startern im 156 Teilnehmer starken Feld war Marcel Siem (Ratingen) mit 69 Schlägen der Beste. Siem musste zwischenzeitlich drei Bogeys in Folge einstecken, zeigte aber mit zwei Birdies an den letzten beiden Löchern ein starkes Finish. „Zum Glück habe ich wenigstens so gut aufgehört,“ sagte er.

Martin Kaymer (Bild rechts), der 2008 für den bislang einzigen Heimsieg in 22 Jahren BMW International Open gesorgt hatte, begann mit einer 71er-Runde. Dem Weltranglisten-11. gelangen zwar vier Birdies und ein Eagle, er musste jedoch auch fünf Bogeys notieren. „Ich habe einfach zu viele Fehler gemacht“, sagte er. „Eins unter Par ist keine sehr gute Runde auf diesem Golfplatz, zumal es heute viele Birdiechancen gab.“

Eine solider Auftakt gelang Bernhard Langer (Bild links mit Caddy) mit 70 Schlägen,
Alex Cejka (München) benötigte 71 Schläge. Auch Amateur Maximilian Kieffer (Düsseldorf, 70) und Stephan Gross Jr. (Heidelberg, 71) blieben unter Platzstandard.

Von den vielen prominenten Starten im besten Teilnehmerfeld der Turniergeschichte erwischte es Sergio García besonders arg.

 

Der Spanier muss sich nach seiner 77er-Runde erheblich steigern, will er noch den Halbzeitcut überstehen. Titelverteidiger Nick Dougherty (England) verpasste es mit 74 Schlägen ebenfalls, an seine Leistungen vom Vorjahr anzuknüpfen.

Dagegen verschaffte sich der Weltranglisten-Achte. Paul Casey (England) mit 68 Schlägen eine exzellente Ausgangsposition. Auch für den Ranglisten-6. Ernie Els und Europas Ryder-Cup-Kapitän Colin Montgomerie (Schottland) ist bei je 70 Schlägen noch nichts verloren.


 


 

 

Die bisherigen Sieger:

 
2009 Nick Dougherty (England)  
2008 Martin Kaymer (Deutschland) 1998 Russell Claydon (England)
2007 Niclas Fasth (Schweden) 1997 Robert Karlsson (Schweden)
2006 Henrik Stenson (Schweden) 1996 Marc Farry (Frankreich)
2005 David Howell (England) 1995 Frank Nobilo (Neuseeland)
2004 Miguel Angel Jiménez (Spanien( 1994 Mark McNulty (Simbabwe)
2003 Lee Westwood (England) 1993 Peter Fowler (Australien)
2002 Thomas Björn (Dänemark) 1992 Paul Azinger (USA)
2001 John Daly (USA) 1991 Sandy Lyle (Schottland)
2000 Thomas Björn (Dänemark) 1990 Paul Azinger (USA)
1999 Colin Montgomerie (Schottland) 1989 David Feherty (Nordirland)